Sexistische Ninjas

 

Offical_Senran_Kagura_Wallpaper_(3)

Lange habe ich gezögert, etwas über Senran Kagura zu schreiben. Wie ich das Thema überhaupt angehen sollte, beziehungsweise, was ich überhaupt thematisieren sollte, war die Hauptfrage dabei, die mich immer wieder ins Stocken geraten liess. Zwischendurch wollte ich eine ganze Artikelreihe allein zu dem ersten Spiel schreiben, doch mittlerweile denke ich, dass ein einzelner, längerer Blogeintrag eigentlich genügen sollte. Dass ich so lange darüber nachgedacht habe, liegt nicht daran, dass das Spiel irgendwie komplex wäre und mich vor unmögliche Herausforderungen gestellt hätte. Das Gegenteil ist eher der Fall. Nein, es liegt eher daran, dass ich selbst eine Hass-Liebe zu dem Spiel entwickelt habe.

Senran Kagura ist ein klassisches Beat’em Up für das Nintendo 3DS, bei dem man die Kontrolle über weibliche Ninjas übernimmt, die in zwei verschiedene Clans aufgeteilt sind. Dabei gibt es eine “Gute” und “Böse” Seite und die Storys ergänzen sich gegenseitig, womit man dazu motiviert wird, beide Perspektiven einmal gesehen zu haben. So weit, so unproblematisch. Während sich über die spielerische Qualität durchaus streiten lässt (um es kurz zu machen: Mir hat es schon Spass gemacht) sind es die inhaltlichen und darstellerischen Aspekte, dir mir einige Probleme bereiten. Senran Kagura ist nämlich eines jener Spiele, die vor allem mit einer ganz besonderen “Qualität” punkten wollen: Brüste. Und wenn man sich die Darstellungen anschaut, dann merkt man auch, worin die meiste Arbeit und das meiste Geld reingesteckt wurden: Es war nicht das Gameplay, die Grafik oder die (zugegeben ganz ordentliche) Musik, sondern schlicht die Charaktermodelle (lies: Brüste) und Animationen (lies: wippende Brüste die sämtlichen Gesetzen der Gravitation trotzen), welche seitens der Hersteller die meiste Aufmerksamkeit erhielten.

 

Nun versteht mich nicht falsch: Ich mag Brüste und kann mit Erotik in so ziemlich allen Medien ganz gut umgehen. Was mir weniger gefällt, ist die Tatsache, dass obwohl die Figuren im Verlauf der Geschichte ausgiebig charakterisiert werden, das Gameplay nichts besseres zu tun hat, als diese Figuren auf ihre sexuellen Reize zu reduzieren. Beispiele: Die Kleidung wird durch die Kämpfe nach und nach beschädigt. Wenn ein gewisses Niveau der Zerfetzung erreicht wurde, kommt eine kurze Animation, die das auch noch dementsprechend in Szene setzt. Dabei gibt es dann zwei verschiedene Abstufungen von Nacktheit, die durch verschiedene Zooms noch einmal akzentuiert wird. Verwandlungsszenen gibt es natürlich auch, wobei der Zoom selbstverständlich ebenfalls für die Betonung der typischen Körperpartien genutzt wird. Oh, und wer die besten offensiven Fähigkeiten haben möchte, geht in den Burst-Mode, bei dem sich die Heldin dann einfach mal selbst die Kleider vom Leib reisst.

 

Dazu gesellt sich ein Modus, wo man die Kleidungsstücke an den Heldinnen ausprobieren kann. Ein Barbie-Modus also, der die Objektivierung und Sexualisierung auf die Spitze treibt, so kann man etwa den Figuren unter den Rock lugen. Wer das Spiel durchspielt, erhält zudem die Möglichkeit, ins Mikro zu blasen, um einen Marilyn Monroe Moment zu haben. Ausserdem kann man bei den Zerfetzungsszenen dann die Kamera selbst dirigieren, falls die im automatischen Modus nicht das ins Blick fasst, was man sehen möchte.

 

Kurz: Obwohl die Story und das Gameplay mir durchaus sympathisch sind, ist die Darstellung mal wieder Sexismus pur. Es wird leider kaum von den eigentlich starken Heldinnen profitiert, stattdessen werden diese auf ihre Sexualität reduziert. Dazu gesellen sich noch etliche Plotpunkte, wo Seiten an Dialog sich nur um Brüste drehen. Man könnte jetzt argumentieren, dass ich als Feminist vielleicht nicht das Publikum für dieses Spiel bin. Während dies durchaus der Fall sein kann, fällt mir bei der Analyse des eventuellen Zielpublikums nur folgende Antwort ein: Es gibt wesentlich bessere Masturbationshilfen für Zwölfjährige, als Senran Kagura.

One thought on “Sexistische Ninjas

  1. Hm, ich hab leider keine 3DS und bin in Videospielen generell untalentiert, aber ich verstehe was du meinst.
    Es erinnert mich sehr an die DoA Serie, bei denen die Brüste bis zu den Knien und dem Kinn gewackelt haben.
    Da wünscht man sich fast Lara Croft in ihren Anfangsstadien zurück, die Brüste wie Zuckerhüte hatte, die sich nicht bewegen konnten.
    Das Spiel selbst klingt dann eigentlich ganz interessant. Aber wie man merkt, ist es wohl für eine bestimmte Zielgruppe gemacht.

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