Rezension: Infamous Second Son

By winakilly.com

Open World Superhelden Spiele waren eine Zeit lang absolut begehrtes Gut. Zumindest entstand beim ursprünglichen Erscheinen von Infamous zusammen mit Prototype dieser Eindruck. Während Prototype jedoch klammheimlich in der Versenkung verschwand, kann sich die Infamous-Serie mittlerweile über einen dritten Sprössling freuen, der nun die PlayStation 4 bereichert und zeigen soll, was die Maschine so drauf hat.

Infamous Second Son löst sich mit seiner Geschichte etwas von den Vorgängern los. Denn ohne diese direkt zu zitieren, baut das Spiel sein eigenes Universum auf: Als Bioterroristen gefürchtet, existieren in dieser Welt sogenannte Conduits, die über Superkräfte verfügen. Während die meisten von ihnen jeweils nur über eine einzige Kraft verfügen, hat Delsin Rowe das Glück, dass er gleich mehrere absorbieren kann. Diese Mixtur an Kräften wird er auch brauchen, um sein Heimatdorf zu retten, indem er die Organisation Department of Unified Protection (D.U.P.) zerstört, Seattle befreit und Brooke Augustine, die Frau hinter D.U.P., besiegt.

Kurz: Er hat jede Menge zu tun. Was auch perfekt zu einem Open World Spiel passt. Das Spiel unterteilt Seattle in mehrere Distrikte, die sich in zwei abgesperrten Gebieten befinden. Es gilt, Kontrollpunkte der D.U.P. Zu zerstören, Drohnen abzuschießen, Wände voll zu sprayen, Agenten ausfindig zu machen und Audiologs aufzuspüren. Obwohl dies sehr abwechslungsreich klingt, kommt am Ende dann doch eine Routine auf, die einen zwar nicht langweilt, aber auch nicht wirklich unterhält. Durch das Sammeln sogenannter Shards kann man Delsins Kräfte immer weiter ausbauen, aber obwohl man drei verschiedene Sets an Kräften erhält, findet man doch relativ schnell seine bevorzugte Kombination und hält sich über lange Strecken an diese.

Infamous Second Sun

Die Storymissionen sind ein gutes Stück besser, weil ordentlich inszeniert. Das liegt auch daran, dass die Geschichte gut erzählt wird und ordentlich vertont wird. Nur stereotype Figuren, wie etwa der Gamer-Nerd, der asozial ist und nicht aus seinem Keller kommen möchte, stören hier den Gesamteindruck. Mit etwas mehr Pflege wäre hier mehr möglich gewesen, dramaturgisch fällt die Geschichte jedoch oft flach, was schade ist. Immerhin kann man an einigen Punkten Entscheidungen treffen, wobei gesagt werden muss, dass diese natürlich auch dem widersprechen können, was man im Spielbetrieb vorgelebt hat. So kann man in der Story „negative“ Entscheidungen Treffen, obwohl man eigentlich ständig gutes Karma angesammelt hat.

Grafisch ist der Sprung zur Vorgänger-Generation nicht gigantisch ausgefallen, sondern wirkt eher wie eine konsistente Weiterentwicklung der Grafiken, die auf den Vorgängerkonsolen zu sehen waren. Der wirkliche Star ist allerdings die flüssige Framerate, die konstant ein brillantes Bild abliefert. Es bestätigt damit den Eindruck, dass die neue Generation eher eine Weiterentwicklung der alten darstellt, als einen wirklichen Sprung.

Damit kann ich Infamous Second Sun empfehlen, auch wenn klar ist, dass das Spiel bei weitem nicht perfekt ist und es noch zahlreiche Möglichkeiten gegeben hätte, mehr Abwechslung und ein besseres Skript hinein zu bringen. So wie es ist, stellt es eine gute Erweiterung der Spielbibliothek der noch jungen PlayStation 4 dar, die nicht die Welt revolutioniert, aber immerhin unterhält.

One thought on “Rezension: Infamous Second Son

  1. hmm, sieht auf jeden Fall interessant aus! Ich bin ja keine Spielerin, dafür aber mein Vater. Werde ich ihm mal empfehlen 🙂

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