Der Hardcore-Flop

Copyright: Nintendo

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Die Stimmen mehren sich bereits seit Monaten und sie singen alle das gleiche Lied. Der Text des Lieds, das so beliebt ist, lautet ein wenig wie folgt: Die Wii U ist tot, ein Flop, nicht mehr als ein überteuerter Briefbeschwerer und Nintendo sollte sich aus dem Konsolen-Business zurück ziehen. So wie Sega es einst tat, wobei dann doch einige zugestehen, dass die Japaner weiter Handhelds produzieren sollen, immerhin ist der Nintendo 3DS nicht nur erfolgreich, sondern wird auch noch mit guter Software versorgt. Der Vergleich mit Sega hinkt dabei weniger, als man das zunächst vermuten könnte.

In den gut 18 Monaten, in denen die Sega Dreamcast weltweit verkauft wurde (ich schreibe gut, weil der australische Release später kam) wanderten immerhin 10,4 Millionen Konsolen über die Ladentheke, bevor Sega sich entschied, den Stecker zu ziehen und sich aus dem Hardware-Business zu verabschieden. Die Wii U existiert, zumindest in den meisten Territorien, jetzt seit gut 17 Monate und liegt bei gerade einmal 6 Millionen verkauften Konsolen (laut vgchartz.com). Grund genug für die ganzen Buh-Rufe?

Einen Austritt von Nintendo aus dem Hardware-Rennen halte ich für unwahrscheinlich. Das liegt nicht nur an der Tatsache, dass Nintendo genug Reserven durch die Wii angehäuft hat, dass sie noch zwei solcher Flops aushalten könnten, sondern auch daran, dass die Nintendo 3DS und die Software-Verkaufszahlen mehr als solide sind. Nur mal als Beispiel: New Super Mario Bros. U hat sich ganze 3,9 Millionen mal verkauft, was zwei Drittel der Installationsbasis ausmacht. Super Mario 3D World, das Ende November vergangenen Jahres erschien, kratzt bereits an der zwei Millionen Marke.

Natürlich ändert das nichts daran, dass Dritthersteller die Konsole fallen gelassen haben und selbst Indie-Entwickler sich zurück halten. Allein die Tatsache, dass das neue Smash Bros’ auf der Wii U sechs Monate später als auf dem 3DS erscheint, sorgt für Pessimismus. Wirklich viele Titel, auf die man sich freuen könnte sind auch nicht angekündigt und so nett es auch ist, dass jetzt Game Boy Advance Spiele für die Virtual Console erscheinen, täuscht es immer noch nicht darüber hinweg, dass die Konsole selbst von Nintendo zu wenig mit Software beliefert wird. Es stört zusätzlich, dass die meisten Spiele, die Nintendo selbst produziert, Jump and Runs sind. Nichts gegen ein gutes Jump and Run, aber eine gewisse Übersättigung lässt sich nicht mehr verneinen.

Unter dem Strich denke ich, dass die Wii U bei den Verkaufszahlen am Ende auf der Höhe des Gamecubes landen wird. Vorausgesetzt, sie ziehen nicht bereits vorher den Stecker und bringen eine neue Konsole davor auf den Markt. Der Versuch, die „Hardcore“-Gemeinde wieder für sich zu gewinnen ist auf jeden Fall gescheitert.

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