Wieso ich Ocarina of Time nicht mag

Copyright: Nintendo

Copyright: Nintendo

Mein letzter Blogpost hat auf Facebook zu einer längere Diskussion geführt, bei der ich wieder einmal zugeben musste, dass mir Ocarina of Time nicht gefällt. Gar nicht. Eine Aussage, die auf generelles Unverständnis trifft, also nutze ich mal die Gelegenheit, einige der Gründe zu erklären, wieso es mir nicht gefällt.

Wie bereits erwähnt, war Twilight Princess mein erstes Zelda, das ich in einer Welle aus Wii-Enthusiasmus natürlich innerhalb kürzester Zeit durchspielen musste. Ihr wisst ja wie das ist, kaum hat man ein neues Gerät, schon muss man es unbedingt ständig benutzen, damit man sich auch selbst davon überzeugen kann, dass das eigene Geld auch gut angelegt ist.

Der Grund, weshalb ich Ocarina of Time nicht gerade zeitnah spielen konnte, lässt sich leicht aufdecken: Ich hatte keinen Nintendo 64. Zu der Zeit besaß ich nur eine PlayStation und sah auch keinen wirklichen Grund, mein spärliches Taschengeld in eine Nintendo-Konsole zu stecken. Also passierte mein „Erstes Mal“ mit Ocarina of Time auf der Virtual Console auf der Wii. Nach gerade einmal einer Stunde verging mir leider auch schon die Lust auf das Spiel. Der Anfang zog sich für mein Gefühl unglaublich in die Länge. Der Wow-Faktor der Grafik war natürlich zehn Jahre nach dem ursprünglichen Erscheinen stark eingeschränkt.

Aber es wäre nicht so gewesen, als hätte ich damit das Spiel aufgegeben. Zwei Jahre später versuchte ich einen neuen Anlauf und es gelang mir, aus dem Anfangsgebiet heraus zu finden. Doch dort lauerte mein größtes Problem mit dem Spiel: Es erklärt mir einfach nicht, was es von mir will. Weder explizit noch implizit. Denn das Spiel ist, verständlicherweise, in die eigene Freiheit, das es gegenüber seiner Vorgänger hat, ziemlich verliebt und vergisst dann schon mal irgendwie, dem Spieler mitzuteilen, wo es denn hingehen soll.

ocarina of time 3ds cover

Leider begann zu dem Zeitpunkt meine Karriere als Spielekritiker, und die Zeit die ich einst besaß um etwas nebenbei zu spielen, wurde so ziemlich auf Null reduziert. Dann aber kam die aufgebohrte Version für das Nintendo 3DS. „Jetzt aber!“, dachte ich mir und wollte eine Kritik zu schreiben. Doch nach sechs Stunden des Spielens hatte ich es zwar so weit geschafft, wie noch nie, aber die Probleme blieben bestehen. Der Charme der Welt war zwar vorhanden, sprach mich aber nicht an. Die Steuerung wirkte unhandlich und wie bereits festgestellt, gibt das Spiel sich so ziemlich keine Mühe, einem zu sagen, wohin es gehen soll.

Hätte ich das mit einer Komplettlösung umgehen können? Sicher, aber eine portable Version zu spielen während ich den Weg im Internet nachschaute, konnte mich nicht wirklich begeistern. Nein, ich entschloss mich, das Spiel respektvoll zur Seite zu legen und es mit dem Stempel „Einfach nix für mich“ zu versehen. Respektiere ich das Spiel dafür weniger, als seine Fans? Ich glaube nicht, denn ich erkenne schon die Innovationen an, die das Spiel für seine Zeit bot. Doch meine Probleme damit sind einfach zu groß, als dass ich über sie hinweg sehen könnte.

4 thoughts on “Wieso ich Ocarina of Time nicht mag

  1. Ich fiinde gerade der Grund wieso dieses spiel so toll ist, es erfordert eine gewisse intellegienz um zu wissen was man tun soll. Ich habe es mit 8-10 Jahren gespielt ohne Internet damals ohne Komplettlösungen etc, und ich habe es aber konnten mit einem freund zusammen komplett durchspielen. Mehr als nur einmal.

    Wenn ich das mit 8-10 schaffe dann tut mir die Person leit die dieses review geschrieben hat. Ich zitiere aus dem Artikel: “Nach gerade einmal einer Stunde verging mir leider auch schon die Lust auf das Spiel. Der Anfang zog sich für mein Gefühl unglaublich in die Länge. Der Wow-Faktor der Grafik war natürlich zehn Jahre nach dem ursprünglichen Erscheinen stark eingeschränkt.

    Aber es wäre nicht so gewesen, als hätte ich damit das Spiel aufgegeben. Zwei Jahre später versuchte ich einen neuen Anlauf und es gelang mir, aus dem Anfangsgebiet heraus zu finden.”

    Ich finde das ziemlich arm und ein beweis dafür immer wieder dass die heutigen spiele einfach viel zu leicht sind, und man viel zu viel geholfen kriegt, wo liegt da der spass? Schwierigkeit ist heutzutage nur noch ne sache von Gegner-Hp etc, spiele die sogar dem dümmsten zeigen wo man lang muss und was man machen muss.

    Like

    • Danke für den Kommentar.

      Ich möchte nur kurz klar gestellt haben, dass das hier kein “Review” sondern ein pure Meinungsstück ist. Zum Schwierigkeitsgrad: Intuitives Leveldesign ist das eine, an der Hand genommen werden das andere. Ich finde Ocarina of Time nicht intuitiv genug. Dass man in aktuellen Spielen oft zu sehr an der Hand genommen wird, bemängele ich ebenfalls.

      “Wenn ich das mit 8-10 schaffe dann tut mir die Person leit die dieses review geschrieben hat.”
      Das klingt ziemlich herablassend. Ich hab mit 8 Jahren auch einiges in Videospielen hinbekommen, was andere nicht hinkriegen. Reib ich es wem unter die Nase? Ich denke nicht. Nebenbei sei mal bemerkt, dass man in dem Alter mehr Zeit ung Geduld hat, ergo auch unintuitives design in Kauf nimmt.

      Like

  2. Okay, als éischt emol: Ech sinn mat Ocarina of Time grouss ginn, ech hunn dat Spill *oft* komplett duerchgespillt a maan et elo nach ëmmer (on)regelméisseg. Fir den Hype genau ze verstoen muss een dat wuel och a sénger Kandheet gespillt hunn.

    Dass et net “intuitiv” soll sinn fannen ech net, dass et heiansdo net ganz kloer ass wat ee maache soll, dat stëmmt, mä et ass awer rauszefannen. De Reiz ass virun allem un der lieweger Welt, déi ganz Story, déi a kleng Deeler opgedeelt ass an herno zesumme kënnt, den Link dee grouss gëtt (a rëm kleng), d’Fräiheet vum Spiller. Dat war deemools eppes ganz neies!

    De Spillsystem war och vill méi komplex wéi bis dato. Et huet een verschidden Outils missten kombinéieren fir weider ze kommen, an all Tempel krut een en neit Equipment, wat een am weidere Verlaf vum Spill huet missten benotzen a kombinéieren. Dat war e Wahnsinn. D’Kollegen hunn d’Spill all gespillt, wann een net weider wosst huet een déi gefrot, an der Schoul war dat laang d’Thema Nummer 1.

    Et ass wuel virun allem Nostalgie, wou ech mat deem Spill verbannen, mä ech fannen d’Spill nach ëmmer e Meilenstein an der Spilleszeen.

    Like

  3. Hi!
    Also ich kann deine Abneigung gegenüber Ocarina of Time total nachvollziehen. Dass du damit nicht gerade Verständnis erntest, war mir eigentlich klar, denn die meisten Videospieler, die sich mit Zelda beschäftigen, mögen diesen Teil eben am Liebsten und sind mit ihrer Meinung sehr vokal. Ich habe, genauso wie du, erst später den Titel nachholen können, weil ein N64 nicht vorhanden war in unserem Haushalt. Und auch ich hatte extreme Probleme, mich in der großen und liebevoll ausmodellierten Welt zurecht zu finden. Recht schnell habe ich das Gamepad damals zur Seite gelegt, auch, weil es für mich nicht an “A Link to the Past” heran kam, meinem bisher absoluten Lieblingstitel der Reihe. Ich habe dem Spiel dann mit der 3DS Auflage nochmal eine Chance gegeben und bin auch mittlerweile recht weit. Trotzdem ist Ocarina of Time nicht die Kirsche auf dem Kuchen, meiner Meinung nach. Ja, Navi, das Hint-System, hilft einem schon gut weiter, wenn man sich in der Welt verloren fühlt, aber mein Problem lag in den Dungeons, die eigentlich das Herzstück der Spiele darstellen. Immer wieder habe ich die Orientierung verloren und das trotz Map!

    Oot ist prinzipiell kein schlechtes Spiel, im Gegenteil, es hat sich alle Lorbeeren verdient, die es eingeheimst hat. Es hat Zelda in die 3D-Ära geführt und viele viele Fans gewonnen. Für mich kommt es aber leider nicht an das SNES “A Link to the Past” Spiel heran, weshalb mir auch schon Unverständnis gegen den Kopf geworfen wurde.

    Und an den Kommentar von FrEak: Im Prinzip hast du Recht wenn du sagst, dass Spiele einem heute zu viel zeigen, man kaum noch selbst denken muss und Spieler dadurch verweichlichen. Man muss das Spiel dann aber auch im Kontext der heutigen Zeit sehen. Als wir Kinder waren konnten wir uns einfach mal stundenlang vor die Konsole setzen und zocken. Heute sind wir in den Berufsalltag eingebunden, viel Zeit zum daddeln gibt es da nicht mehr. Wer schon damals Bock auf OoT hatte, der wird das auch heute noch gerne spielen bei Zeiten, aber wem das damals schon nicht zugesagt hat, der setzt sich heute nicht 30 Stunden vor die Glotze und versucht alle Skulltulas zu finden. Es liegen auch noch gefühlt 10 andere Spiele rum, die konsumiert werden wollen. Schau dir die alten Megaman Spiele an, die waren Bockschwer, da saß man auch mal den halben Tag an einem Level und hat bei Null angefangen, wenn einem die Leben ausgegangen sind. Heute kalkulierst du mehr, in der Zeit hätte ich auch was produktiveres machen können, und das blockiert einen vom Kopf her.

    Ach und zu Komplettlösungen: Nein sie sind sicher nicht cool, weil man das Spiel im Prinzip nicht selbst gelöst hat, aber rein ökonomisch gesehen macht ein Mensch damit nichts falsch. Du kaufst ein Spiel und spielst es nach Anleitung, du bekommst (wenn die Lösung gut ist) den maximalen Spaß aus deiner Investition, ohne langes Suchen oder rätseln, was vielen den Spielspaß versaut. Ich selbst habe nur ein Mal ein Wiki benutzt, und das war bei Demon’s Souls, um herauszufinden, was mir die “stones of ephemeral eyes” bringen.

    Liebe Grüße

    Like

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s