Ein anderes Wort muss her!

Copyright: Sony/Naughty Dog

Copyright: Sony/Naughty Dog

Der Begriff „Videospiel“ verliert allmählich seinen Reiz. Spiele wie „The Walking Dead“, „Spec Ops: The Line“ und „Bioshock: Infinite“ machen allmählich eine Neudefinierung des Begriffes notwendig, ähnlich, wie aus Comics „Graphic Novels“ wurden. Doch welches Wort kann hier die Nachfolge antreten?

Die Frage richtet sich natürlich auch ein wenig nach dem Ziel: Was soll mit dem Wechsel eigentlich erreicht werden? Ein „besseres“ Image? Oder soll einfach gezeigt werden, dass nach 40 Jahren das Medium sich schlich so weit entwickelt hat, dass es mit dem althergebrachtenen Terminus „Videospiel“ einfach nicht mehr getan ist?

Persönlich tendiere ich zu Letzterem, wobei es natürlich ein gewisses Image-Problem gibt, das jedoch mit der Zeit so oder so verschwinden wird, Begriffswechsel hin oder her. Offensichtlich sollte jedoch sein, dass es große Unterschiede zwischen einem Spiel wie „Pac-Man“ und einem Spiel wie „The Last of Us“ gibt. Auf die Gefahr hin, das Problem stark zu reduzieren, möchte ich folgende Behauptung ausformulieren: Es gibt Spiele die Spaß machen wollen und dann gibt es noch solche, die auch noch andere Emotionen wecken wollen.

Ich kann mir vorstellen, dass sich einige jetzt denken: „Halt, Moment mal! Videospiele sind da um Spaß zu machen!“. Diese Reflex kommt nicht von ungefähr. Ein enormer Anteil der Fachpresse und der Besprechung von Videospielen konzentriert sich übermäßig stark auf eben diesen einzigen Aspekt des Mediums. Wie unglaublich einschränkend! Stellt euch vor, alle Filme oder Bücher müssten sich um eine einzige Emotion drehen, würden sich damit meistens auf ein einziges Element reduzieren lassen. Stellt euch vor, es gäbe nur noch romantische Filme, weil alle Filme nur noch romantische Gefühle wecken wollten. Klingt das lächerlich?

Das könnte daran liegen, dass es lächerlich ist.

„Silent Hill 2“ ist einer der am meisten geliebten Klassiker der Videospielgeschichte. Ich wage zu behaupten, dass es in dem Spiel nicht um Spaß geht. „Spec Ops: The Line“ ist auch kein Fest der Freude, sondern eher ein hochgradig deprimierendes Spiel. Kurz: Für diese Art von Spielen muss ein anderes Wort her.

Doch welches? „Art games“ ist ganz nett, aber sehr einschränkend. „Digital Novel“ oder „Visual Novel“ sind bereits belegt. „Digital Narrative“ klingt nett, schränkt aber ebenfalls ein. Vielleicht „Ludic Narrative“? Ich bin mir selbst noch nicht ganz sicher, aber ich denke, das ist auf jeden Fall eine Diskussion, die geführt werden sollte.

One thought on “Ein anderes Wort muss her!

  1. Leider habe ich The Last Of Us noch nicht gezockt, deshalb kann ich dazu wenig sagen, aber bei Silent Hill 2 stimme ich dir voll zu. Auch, dass der Begriff Videospiel mittlerweile dermaßen ausgelutscht und für viele Meisterwerke (siehe Bioshock Infinite, Walking Dead etc.)schon untertrieben ist. Spontan fällt mir aber gar kein anderer Begriff ein. Da müsste man sich vermutlich mit Produzenten und den Entwicklern zusammesetzen und so einige Tassen Kaffee bereitstellen, damit ein würdiger Ansatz gefunden werden kann.

    mrskeroro

    Like

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s