Der mit der rauchenden Katze: Transmetropolitan

 transmetropolitansmoking

Nur wenige Comics liegen mir so sehr am Herzen wie Transmetropolitan. Das liegt nicht daran, dass ich keine Comics mag, aber die meisten wühlen schaffen es einfach nicht, eine solch intensive emotionale Verbindung herzustellen, wie diese Serie. Transmetropolitan, aus der Feder von Warren Ellis mit den Zeichnungen von Darick Robertson, ist in meinen Augen eine absolute Kultserie.

Wer diesen Blog von Anfang an gelesen hat (falls ihr das getan habt: Es tut mir Leid!), der wird im ersten Post das Bild bemerkt haben und sich eventuell gefragt haben: Welcher Comic ist das?

Das ist Transmetropolitan, ein Comic über einen Journalisten im Amerika der fernen (?) Zukunft. Spider Jerusalem ist natürlich nicht ein ganz normaler Journalist, nein, er ist ein berühmter Journalist, der während des Wahlkampfes sich verstärkt eingemischt hat und sich nach der Wahl seiner politischen Hassfigur dazu entschieden hat, sich auf einen Berg in der Wildnis zurück zu ziehen. Dort geht ihm jedoch irgendwann das Geld aus und somit muss er zurück in „Die Stadt“, die nicht näher bezeichnet wird, und somit für jede Großstadt der Vereinigten Staaten steht.

Transmetropolitan Cover

Kaum ist er wieder in der Stadt, wird er wieder in einer politischen Intrige versponnen. Zumindest stellt man das nach mehreren Ausgaben fest, denn zu Beginn scheinen die einzelnen Episoden noch hermetisch abgeschlossen zu sein. Das hat seine Vorteile, denn die Zukunftsvision von Transmetropolitan ist einzigartig in einer vibrierenden Extravaganz und dem kompromisslosen Farbenspiel. Der Humor ist meistens krude, die politische Satire hat mehr Biss als ein überfüllter Hundezwinger voller Pitbulls und die Geschichte oszillieren zwischen rauer Action und emotional tiefgreifenden Momenten. Eines ist Transmetropolitan auf jeden Fall nicht: Kompromissbereit. Denn die Geschichten machen nicht den Fehler, einfach in irgendwelche Science-Fiction Territorien abzudriften, sondern nehmen teilweise Bezug auf die Aktualität. Zahlreiche Aktualitätsthemen werden weitergadcht und in die Zukunft projiziert: Korrupte Politik, Religion und Sekten, die Evolution moralischer Vorstellungen, sowie der Einfluss der Medien werden allesamt als Themen aufgegriffen.

Das ist natürlich umso bemerkenswerter, da die Serie ursprünglich zwischen 1997 und 2002 lief. Doch die Zukunftsvision von Warren Ellis hat nichts an seiner Frische und Poignance verloren. Vor allem aber wusste Ellis sich kurz zu fassen und zog das ganze nicht in unendliche Längen. Neben den starken Geschichten sind es die detailreichen Zeichnungen mit ihrem einzigartigen Charakter, die es immer wieder schaffen, einen zu überraschen.

Transmetropolitan filthy assistants

Da die Serie relativ kurz und beliebt ist, sind die 60 Ausgaben relativ leicht zu finden. Aktuell ist die ganze Serie auf Englisch als Paperbacksammlung in zehn Büchern erhältlich. Leider ist sie ein wenig arm an Extras. Eine Deutsche Ausgabe ist zunächst bei Speed Comics, anschließend bei Panini erschienen. Die Serie kann ich all jenen, die sich für Science Fiction und Cyberpunk begeistern, absolut empfehlen. Auch wer mal abseits von Superheldencomics etwas lesen möchte, sollte hier einen Blick wagen.

All Bildrechte liegen bei Vertigo/Warren Ellis

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