Spiel der Geschlechter: Rogue Legacy

Rogue Legacy Screen 7

„Spiel der Geschlechter“ ist eine Blog-Serie, die versucht, die Populärkultur aus Gender- und LGBT-Perspektive unter die Lupe zu nehmen.

Spiele haben die einzigartige Möglichkeit, mit Hilfe ihrer Mechanismen und Regelwerken eine Nachricht zu vermitteln, die sonst durch Worte oder eine Erzählung ausformuliert werden müsste. Und desto reifer die Videospielindustrie wird, umso mehr weiß sie geschickt damit umzugehen und dies effektiv einzusetzen. “Rogue Legacy” liefert in dieser Hinsicht ein sehr bemerkenswertes Beispiel ab.

 

Rogue Legacy ist ein Roguelike (Überraschung?) dessen Aufbau stark an die Castlevania-Spiele der PlayStationOne-Ära erinnert. Soll heißen, man erkundet ein Schloss, sammelt Geld, steigert seinen Charakter und sammelt Ausrüstungsgegenstände. Da man bei Rogue-likes alle gefühlten zehn Sekunden ins Gras beißt, muss natürlich ein Mechanismus her, um eventuellen Frust zu vermeiden. Dabei kommt der “Legacy”-Teil des Titels ins Spiel (und es ist doch erfreulich, wenn ein Titel mal Sinn macht, oder?): Nach dem Ableben stehen drei Nachfahren mit diversen Attributen zur Auswahl. Mit dem Sprössling der Wahl zieht man dann wieder in den Kampf.

Rogue Legacy Screen 6

Die Attribute wechseln dabei jedes mal. Faszinierend ist die Auswahl an Attributen: Kahlschlag, Kurzsichtigkeit, Farbenblindheit und sexuelle Orientierung können sich darunter befinden. Was jedoch wirklich interessant ist, aus einer Genderperspektive zumindest, sind zwei Faktoren:

Erstens, macht es keinen spielerischen Unterschied, ob man männlichen oder weiblichen Geschlechtes ist. So weit, so gut, und auch bereits in anderen Spielen vorhanden. Der zweite Punkt macht es noch interessanter, denn die Figur kann ebenfalls homosexuell sein. Dies hat ebenfalls keinen Einfluss auf den Spielbetrieb. Kurz: Egal welches Geschlecht oder welche Orientierung die Figur hat, es herrscht Gleichberechtigung. Die Entwickler sind nicht einmal die stereotype Route gegangen und haben irgendwie Animationen verändert oder Dialog angepasst. Ein simpler Faktor in der Charakterbeschreibung ist mitunter alles, was ich so weit ich sehen kann, ändert.

Farbenblind und auf dem Kopf - es gibt ganz interessante Kombinationen

Farbenblind und auf dem Kopf – es gibt ganz interessante Kombinationen

Wenn die Gleichbehandlung und damit Gleichberechtigung die eigentliche Botschaft darstellen sollte, dann ist Rogue Legacy nicht nur ein spaßiges Spiel, sondern auch eines, das ein bisschen weiter denkt, als das in der Industrie üblich ist. Es lässt sich natürlich darüber spekulieren, ob gleichzeitig Homosexuellen das Adoptionsrecht zugestanden wird, da immerhin die Familienlinie weitergeführt wird, egal ob die Figur Hetero- oder Homosexuell ist.

Rogue Legacy Screen 2

Leider gibt es keine Bisexuelle oder Transgender-Personen (hey, ein Fantasy-Setting macht das relativ leicht!), aber damit bleibt wenigstens ein wenig Raum für Verbesserung in einem eventuellen Nachfolger. So weit bekommt Cellar Door Games nur Lob von mir!

6 thoughts on “Spiel der Geschlechter: Rogue Legacy

  1. Gudd dass sulues mol sou Sachen ob den Desch kommen 😉 hun läscht Woch reicht mat engem Student geschwat deen eng empiresch Ennersichung zur Spillfigur vum Lara Croft gemach huet (dei aal Versioun), op hat Förderer oder Saboteur vun der Emanzipatioun an Glaichberechtegung wier… sou an dei Richung 😉

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    • Gudd ze wessen, datt deen Thema och akademesch e bessel mi eecht geholl gett, mettlerweil. Hat do gelegentlech Problemer, fir domadder unzekommen. Et ass op allen Fall en Themenberäich, wou nach enorm vill geschriwwen an diskuteiert kann gin.

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  2. Ech wollt zwar mol sohen dass en an dem Spiel erkennt op et sech um en Mann oder Fra handelt well dei eng hun Brescht dei anner net, an Fra bzw dei Homosexuell hun eng Schleif um Kapp sou vill zum Stereotyp

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    • Dat war mir nach guer net esou opgefall. Op der anerer Säit kennen fraen och en Bart hun. Schengt zimmlech ambivalent an där Hinsicht ze sin. Dat mat den Brescht ass eng biologesch Ugeleegenheet, huet ergo manner eppes mat Gender ze din.

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      • Ier lo hei Een deem Aneren un d’Been pisst xD Net Jiddereen huet eppes mat Gender Studies zedinn Sven 😉 Denken dei Meescht hunn nach naischt vunn der Ennerdeelung an Sex (biologescht Geschlecht) an Gender (sozialt Geschlecht) heieren.

        Wanns de opp e Puer Sachen oppass as et logesch das et am Beraich Game Studies am allgemengen nach net vill gett. Kuck weivill Joer dropgin vir d’Unikarriere ze machen an dain Dr ze machen bis de serieux an deem Beraich fuerschen kanns. Dei eicht Generatioun dei mat “Zocken” grouss gin as as reicht e “puer” Joer souwait vir iwwerhapt den Beraich vun Game Studies opzebauen, dat as jo nach en zimmlech jonken Beraich wou sou lues an lues reicht opkennt. Mat e “puer” Joer mengen ech sou 10-15 Joer. Et kann also nach net vill publizeiert sinn, sou Studien brauchen jo och eng Zaitchen^^ Weineg Personal -> weineg gefuerscht -> weineg Diskurs/Publizeiert Material. Nach mei komplizeiert gett et wanns de Game Studies dann nach wells mat LBGT verbannen wells. xD Villaicht zielen Ech der och grad naischt Neies, soll ob jiddenfall keen schlechten Ennertoun derbai sin 🙂

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      • Jo, kennen mech e besschen mat Gamestudies aus, hun selwer Saachen an Richtung Narratologie vun Spiller an mengem Bachelor gemeet. Natirlech ass et bei engem jonken Medium normal, datt sou eppes e besschen braucht, bis et “in Fahrt” kennt. Drems fannen ech et emsou mei flott, wann lues awer secher och mei iwwer kulturell Aspekter an där Hinsiicht gefuercht gett.

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